
Der Ursprung der japanischen Selbstverteidigung ist nicht sicher bekannt. In alten Chroniken (800 n. Chr.) wird als Vorläufer Ju-Jutsu erwähnt. Man geht davon aus, dass sich die japanische Art zu kämpfen zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert aus dem Nahkampf (dem Vorläufer des Jiu Jitsu) entwickelte und von chinesischen und koreanischen Mönchen, Gelehrten und Einwanderern nach Japan beeinflusst wurde. Aus diesen neuen Methoden und traditioneller Kampfweise entwickelten die Japaner neue Kampfkünste.
An den Fürstenhöfen wurden diese Verteidigungs- und Kampftechniken mit und ohne Waffen von den Samurai ausgeübt. Die Samurai folgten ihrem Ehrenkodex, dem Bushido, „dem Weg des Kriegers“. Treue, Ergebenheit gegenüber ihrem Herrn, absolute Pflichterfüllung, die Einhaltung eines gegebenen Wortes, absolute Verschwiegenheit, Tapferkeit und Todesverachtung waren die Grundsätze dieses Ehrenkodex. Die Zeit der Samurai endete im Jahre 1868, der Kaiser übernahm wieder die Macht im Land. Aufgrund dessen mussten die Samurai all ihre Waffen ablegen. Die alten Waffen (Schwert, Bogen etc.) verloren an Bedeutung…
Mit dem Beginn des modernen Japans geriet die waffenlose Selbstverteidigung fast in Vergessenheit.
Gegen Ende 1900 studierte der Japaner Jigoro Kano an der kaiserlichen Universität in Tokio. In dieser Zeit widmete er sich dem Studium des Ju-Jutsu bei verschiedenen alten Meistern und anerkannten Autoritäten dieser Kampfkunst.
Obwohl erst mit 18 Jahren, einem Alter das für die Aufnahme des Trainings in irgendeiner Sportart schon recht hoch ist, verstand es Kano, der keineswegs über ideale körperliche Voraussetzungen verfügte, in kurzer Zeit die schwierige Technik der Griffe und Würfe zu erlernen. Aus diesen erlernten Techniken entwickelte er eine neue, sanftere Kampfsportart, indem er die alten Ju-Jutsu-Techniken von allen gefährlichen Elementen befreite, er entwickelte eine Fallschule, Stöße, Schläge, Tritte und viele Hebeltechniken wurden ersatzlos gestrichen oder in die Kata integriert. Die verbleibenden Techniken ermöglichten einen sportlichen und fairen Zweikampf, ohne dass größere Verletzungen zu befürchten waren. Passend zu diesen entschärften, aber dennoch sehr wirkungsvollen Techniken, nannte Kano sein System Judo (Der sanfte Weg). Mit dem Ziel "Studium und Übung für Geist und Seele" lehnte er sich an den Zen-Buddhismus an.
1882 eröffnete Kano seine eigene Sportschule – den Kodokan, an der er seinen neuen Sport lehrte. Auch heute noch ist der Kodokan das "Mekka" des Judo.
An den höheren Schulen in Japan gehört Judo zusammen mit Kendo zu den Wahlpflichtfächern.
Das Prinzip des Judozweikampfes besteht darin, mit minimalem Aufwand die größtmögliche Wirkung zu erzielen. Die Kraft des Gegners wird dabei durch Griff- oder Wurftechniken ausgenutzt, sein Druck mit Zug, oder sein Zug mit Druck (Siegen durch Nachgeben) beantwortet um sein Gleichgewicht zu brechen. Auf diese Weise können auch erheblich größere und stärkere Gegner problemlos geworfen werden. Da man während des Judotrainings mit einem Partner (nicht Gegner) zusammenarbeiten muss, entwickelt man sich nur weiter durch gegenseitiges Helfen und Verstehen. Ohne Vertrauen in die Fertigkeit des Partners, für dessen Wohlergehen und Fortschritt man gleichsam verantwortlich ist, geht nichts. Man arbeitet miteinander und lernt voneinander. Heute beinhaltet Judo nicht nur die traditionellen Techniken (Kata) oder Elemente der Selbstverteidigung, sondern genauso Technikübungen oder Wettkampftraining.
| Schwarz-Weiss Oldenburg - Abteilung Judo |